Tino Marugg
22 Jan
22Jan

Deine ersten Schritte im Unihockey hast du in einer Heimatstadt Ostrava beim 1. SC Temphish Vitkovice gemacht. Wie bist du zum Unihockey gekommen?


Ich habe in meiner Freizeit bei uns zuhause viel Streethockey gespielt. Da Fussball nie ein Thema war, haben mich meine Eltern für einen Kurs bei Vitkovice angemeldet. Da mir dieser Sport grossen Spass bereitet hat, verblieb ich bei Vitkovice und schaffte dort den Sprung in das Fanionteam und in die tschechische Nationalmannschaft.


Mit 23 hast du den Schritt ins Ausland, in die Schweiz, gewagt. Wie kam es zu diesem Transfer?


Ich hatte zu dieser Zeit keine konkreten Pläne für einen Auslandtransfer. Mein Ziel war es, in Schweden zu spielen. Ich wurde dann in dieser Zeit von den Verantwortlichen von Alligator Malans kontaktiert mit der Aussicht, in der Schweiz zu spielen. Ich war zu dieser Zeit an der Universität und wollte diese Herausforderung annehmen. Geplant waren zwei Jahren und dass ich dann nach Tschechien zurückkehre. Der Verein hat mich sehr toll aufgenommen und da es mir hier gut gefällt, habe ich meinen Vertrag dann immer verlängert und bin geblieben.


Nun bist du seit zehn Jahren in der Schweiz. Wie heimisch fühlst du dich?


Die Schweiz hat sich für mich zu einer zweiten Heimat entwickelt. Die Leute und die Region haben mich schnell überzeugt und mir gefällt es hier sehr gut. Ich gehe gerne wandern und bin im Sommer gern am See. Das kann ich hier optimal machen. Auch das Unihockey in der Schweiz mit der Spielphilosophie und der Ausgeglichenheit auf dem Feld passt zu mir.


Nach acht Saisons bei Alligator Malans hast du zum Kantonsrivalen gewechselt. Bei Chur hattest du eine grössere Rolle als vorher bei Malans. Dein Fazit:


Ich wollte mich einer neuen Herausforderung stellen und eine grössere Rolle auf dem Feld einnehmen. Die Luftveränderung in Chur hat mir gutgetan. Die neue, positive Energie und einen Trainer, welcher mich unbedingt in Chur haben wollte, waren schliesslich der Ausschlag für den Wechsel


Nach einem harzigen Saisonstart hat man in Chur den Tritt gefunden und ist nahe an den Playoffs. Was sind die Gründe dazu?


Wir haben in den vergangenen Saisons viele Junioren in das Team eingebaut, was Zeit braucht. Die Automatismen funktionieren und die Mannschaft setzt die taktischen Anforderungen des Staffs besser um. Daher sind wir im Rennen um die Playoffs dabei.


Nach zehn Jahren Spitzenunihockey schliesst du dich im Frühling den Rheintal Gators an und wirst neben deiner Tätigkeit auf dem Feld auch als Trainerobmann fungieren. Was motiviert dich für diese Aufgabe bzw. wie bist du auf die Gators aufmerksam geworden?


Die Unihockeyszene ist überschaubar und ich kenne einige Personen der Rheintal Gators. Der Kontakt wurde stetig ausgebaut und seither habe ich die Gators verfolgt. Meine Motivation ist, dass ich mein Wissen weitergeben möchte und Jugendliche fördern und motivieren kann. Meine Stärken möchte ich künftig in Widnau einsetzen.


Was reizt dich, Junioren/innen zu fördern?


Ich durfte von grossen Trainern lernen und meine Erfahrungen auf dem Feld machen. Diesen Erfahrungsschatz möchte ich an Spieler/innen und Trainer/innen weitergeben. Die Junioren/innen individuell und als Team weiterzubringen, reizt mich sehr.


Welche Philosophie möchtest du integrieren bzw. hast du dir schon Ziele definiert?


Harte Arbeit. Ich bin es mir gewohnt, viel zu investieren und meine besten Leistungen im Training und im Match abzurufen. Ich möchte den Spieler/innen einen positiven Weg aufzeigen und sie begleiten. Dass wir die Mentalität entwickeln, ob im Training oder im Spiel, alles zu geben und an Erfahrungen zu wachsen.


Im Dezember durftest du das Team kennenlernen. Welchen Eindruck konntest du gewinnen?


Wir durften im Sommer ein Testspiel mit Chur Unihockey gegen die Gators absolvieren. Das Team hat mich von Beginn an überrascht. Die physische Präsenz, das Tempo und die Spielidee waren toll. Auch der Eindruck im Dezember hat mich sehr positiv gestimmt. Ich sehe grosses Potential in dieser jungen Mannschaft.


Auf was dürfen sich die Fans freuen?


Ich bin ein Offensivverteidiger, der gerne das Spiel von hinten raus dirigiert. Ich übernehme gerne die Verantwortung für die Spieleröffnung und suche den Abschluss aus der zweiten Reihe. Ich hoffe, meine Stärken bestmöglich bei den Gators einzubringen und den einen oder anderen Jubel anzustimmen.


Bild: Andreas Bass / Chur Unihockey